Vier Jahre seit Shireen Abu Akleh: Ein Muster der Straflosigkeit und eskalierender Pressekillings
Der vierte Jahrestag der Tötung der Al-Jazeera-Journalistin Shireen Abu Akleh fällt auf eine Landschaft, die sich durch das, was danach kam, verwandelt hat — und in vieler Hinsicht verdunkelt wurde. Während ihr Tod im Mai 2022 die Welt schockierte und internationale Forderungen nach Rechenschaftspflicht auslöste, wurden in den darauffolgenden Jahren mehr als 275 Journalistinnen und Journalisten von israelischen Streitkräften in Gaza und im Libanon getötet, nach Angaben der Berichterstattung von Mondoweiss. Das Versäumnis, jemanden strafrechtlich für Abu Aklehs Tod verantwortlich zu machen, argumentieren Befürworter und Pressefreiheitsbeobachter, schloss kein Kapitel — es öffnete eins.
Was mit Shireen Abu Akleh geschah
Am 11. Mai 2022 wurde Shireen Abu Akleh — eine erfahrene palästinensisch-amerikanische Journalistin für Al Jazeera Arabic, die mehr als zwei Jahrzehnte über das palästinensische Leben und israelische Militäroperationen berichtete — erschossen und getötet, während sie einen israelischen Militäreinsatz in Jenin im besetzten Westjordanland deckte. Sie trug eine Pressweste und einen Helm, die deutlich mit dem Wort „PRESS“ gekennzeichnet waren. Untersuchungen der Vereinten Nationen, von Al Jazeera, Amnesty International, CNN, der Associated Press und der New York Times kamen unabhängig voneinander zu dem Ergebnis, dass sie durch israelisches Feuer getötet wurde. Das US-Außenministerium stellte letztendlich fest, dass israelisches Feuer „wahrscheinlich verantwortlich“ war, hielt sich aber davon ab, eine Absicht festzustellen, und empfahl keine strafrechtliche Anzeige. Kein israelischer Soldat wurde strafrechtlich verfolgt. Abu Aklehs Name wurde zum Bezugspunkt für Diskussionen über die Ausrichtung — absichtlich oder systemisch — von Journalistinnen und Journalisten, die über palästinensische Realitäten unter Besatzung berichten.
Das größere Muster: Von einem Namen zu Hunderten
Der Mondoweiss-Bericht rahmt Abu Aklehs Tötung nicht als isoliertes Vorkommnis, sondern als Präzedenzfall, dessen Konsequenzen sich in verheerendem Ausmaß vergrößert haben. Seit ihrem Tod wurden mehr als 275 Journalistinnen und Journalisten von israelischen Streitkräften in Gaza und im Libanon getötet, so der Bericht — ein Opferzahl, die, wenn korrekt, eine der tödlichsten Perioden für die Presse in der Geschichte moderner Kriegsführung darstellen würde. Das Committee to Protect Journalists (CPJ) und Reporter ohne Grenzen (RSF) haben beide Rekord-Opferzahlen von Journalistinnen und Journalisten in Gaza seit Oktober 2023 dokumentiert, wobei CPJ den Konflikt als den tödlichsten in der Aufzeichnung für Journalistinnen und Journalisten beschreibt. Der identifizierte verbindende Faden ist Straflosigkeit: Wenn Rechenschaftspflicht nach einer hochkarätigen Tötung fehlt, so das Argument, sehen sich nachfolgende Tötungen noch weniger Beschränkungen gegenüber.
Amal Khalil und die andauernden Kosten
Die Quelle verbindet Abu Aklehs Namen mit dem von Amal Khalil und positioniert beide innerhalb desselben Musters von Pressekillings, die israelischen Streitkräften zugeschrieben werden. Während die Zusammenfassung keine zusätzlichen biografischen oder sachlichen Details über Khalil über das Framing hinaus liefert, ist die Gegenüberstellung aussagekräftig: Vier Jahre später werden Journalistinnen und Journalisten immer noch getötet, und Namen werden immer noch zur Liste hinzugefügt. Die Wiederholung von Namen — von Abu Akleh zu Khalil — ist selbst Teil der Geschichte, die die Quelle erzählt, eine der Anhäufung ohne Folgen.
Was Primärquellen-Beobachter dokumentiert haben
Menschenrechtsorganisationen und Pressefreiheitskörper haben die Tötung von Journalistinnen und Journalisten in Gaza konsequent in einen breiteren Rahmen von Bedenken hinsichtlich Verstößen gegen das humanitäre Völkerrecht eingeordnet. Nach den Genfer Konventionen sind Journalistinnen und Journalisten in Konfliktgebieten geschützte Zivilpersonen und dürfen nicht absichtlich zum Ziel gemacht werden. Das UN Human Rights Office (OHCHR) hat zu unabhängigen Untersuchungen von Journalistenkillings in Gaza aufgefordert. Das Euro-Med Human Rights Monitor hat über das berichtet, das es als systematische Ausrichtung auf Medienbeschäftigte und ihre Familien beschreibt. Al-Haq, die palästinensische Menschenrechtsorganisation, hat Pressekillings als Teil breiterer Rechenschaftspflichtanmerkungen zu internationalen Rechtsgremien dokumentiert, einschließlich des Internationalen Gerichtshofs. Der IGH hat in seinen Verfahren bezüglich Südafrikas Genozidfall gegen Israel Beweise gehört, die die Breite des Schadens an Zivilpersonen umfassen — eine Kategorie, die Journalistinnen, Journalisten und Medienbeschäftigte einschließt.
Worauf zu achten ist
Da aus dem Abu-Akleh-Fall keine Strafverfolgungen entstanden sind und die Opferzahl unter Journalistinnen und Journalisten weiter steigt, bleiben die Fragen, die vor vier Jahren dominierten, offen: Ob internationale Rechtsmechanismen — der IGH, der Internationale Strafgerichtshof oder von den UN mandatierte Inquiries — bindende Rechenschaftspflicht hervorbringen werden, und ob Regierungen, die Abu Aklehs Tötung als inakzeptabel beschrieben, konsequent an dieser Position handeln werden, während die Namen und Zahlen wachsen. Der Jahrestag ist, wie die Quelle es rahmt, weniger ein Moment des Abschlusses als ein Marker der zurückgelegten Entfernung — und wie viel in den dazwischenliegenden Jahren ohne Folgen verloren gegangen ist.
Vier Jahre sind lange genug, um eine Linie zu ziehen. Vom Tod von Shireen Abu Akleh in Jenin bis zu den mehr als 275 Journalistinnen und Journalisten, die seit damals getötet wurden, erstreckt sich die Aufzeichnung nun über zwei Konfliktschauplätze, Hunderte von Namen und eine einzige Konstante: Niemand wurde strafrechtlich zur Verantwortung gezogen. Diese Abwesenheit, argumentiert die Quelle, ist nicht nebensächlich für das, was folgte — sie ist grundlegend dafür.