Der Fußball-Weltverband FIFA steht erneut unter Druck, weil er ein jahrealtesais Versprechen nicht eingelöst hat, israelische Fußballclubs zu untersuchen, die in illegalen Siedlungen im besetzten Westjordanland tätig sind – eine Situation, die Menschenrechtsbeobachter und Rechtsexperten als direkten Widerspruch zu FIFAs eigenen Statuten und zu grundlegenden Prinzipien des internationalen Humanitärrechts beschreiben.
Was ist passiert
Nach einem von Mondoweiss veröffentlichten Bericht hatte sich FIFA zuvor verpflichtet, israelische Siedlungsclubs zu untersuchen, die im besetzten Westjordanland tätig sind – Gebiete, die die internationale Gemeinschaft, einschließlich der Vereinten Nationen, als illegal besetzt betrachtet. Statt diese Verpflichtung einzulösen, hat FIFA zugelassen, dass diese Clubs weiterspielen. Die Anzahl solcher Clubs hat unter FIFAs Aufsicht nicht abgenommen; laut der Quelle gibt es nun zehn Siedlungsclubs im besetzten Westjordanland, und der Bericht vermerkt, dass sie in Umfang und Reichweite wachsen. Die Entscheidung, ihre weitere Teilnahme zu erlauben, bedeutet laut der Quelle eine institutionelle Legitimitätsvergabe ihrer Präsenz.
Warum Siedlungsclubs rechtlich umstritten sind
Israelische Siedlungen im Westjordanland gelten nach internationalem Humanitärrecht als illegal, insbesondere nach Artikel 49 der Vierten Genfer Konvention, die eine Besatzungsmacht verbietet, ihre Zivilbevölkerung in besetztes Gebiet zu transferieren. Der Internationale Gerichtshof bekräftigte die Illegalität von Israels Siedlungspolitik in seiner Gutachtenabgabe von Juli 2004 zur Trennmauer und erneut in breiterer Form in seiner Stellungnahme von 2024 zur andauernden Besatzung. Wenn Sportclubs in diesen Siedlungen ansässig sind, mit ihnen verbunden sind oder ihre Heimspiele dort austragen, sind sie – aus Sicht palästinensischer Menschenrechtsorganisationen und UN-Gremien – Nutznießer und Normalisierungsagenten einer Struktur, die das internationale Recht verbietet. Für FIFA, dessen eigene Statuten von Mitgliedsverbänden verlangen, Menschenrechte zu respektieren, bedeutet die Erlaubnis, solche Clubs in ihrem Rahmen tätig zu sein, einen direkten institutionellen Widerspruch.
Wen betrifft es
Die unmittelbarste Auswirkung trifft palästinensische Fußballspieler, Clubs und Fans im ganzen Westjordanland. Palästinensischer Fußball operiert unter Bedingungen schwerer Einschränkung: Die Bewegung zwischen Städten und Dörfern wird durch ein Netz israelischer Militärkontrollpunkte, die Trennmauer und Siedlungsinfrastruktur behindert, die das Territorium zerfasert, in dem palästinensische Clubs funktionieren müssen. Der Palästinensische Fußballverband – ein FIFA-Mitglied – hat jahrelang Einwände gegen die Präsenz von Siedlungsclubs in israelischen Fußballligen erhoben, die selbst von FIFAs Governance-Struktur sanktioniert sind. Für palästinensische Gemeinschaften, die neben Siedlungen leben, ist die Expansion von Siedlungsclub-Infrastruktur untrennbar verbunden mit der breiteren Ausweitung des Siedlungsbaus, der Landaneignung und dem Verdrängungsdruck, dem diese Gemeinschaften täglich ausgesetzt sind.
Das größere Muster: Sport als Terrain der Normalisierung
Die Kontroverse um Siedlungsclubs ist Teil einer längeren, andauernden Debatte über die Rolle internationaler Sportorganisationen bei der Normalisierung oder Herausforderung von Militärbesatzung. Menschenrechtsorganisationen wie Amnesty International und Human Rights Watch haben dokumentiert, wie Siedlungsinfrastruktur im ganzen Westjordanland – Straßen, Versorgungseinrichtungen, kommerzielle Einrichtungen und Freizeitangebote – als ein System funktioniert, das dazu bestimmt ist, die israelische Zivilpräsenz auf besetztem Land zu verfestigen. Wenn internationale Institutionen wie FIFA ihren regulatorischen Schutzschirm über Entitäten ausbreiten, die in dieser Infrastruktur eingebettet sind, ohne Bedingungen oder Sanktionen, bieten sie Kritikern zufolge einen Anschein von Legitimität, der reale Konsequenzen für den politischen und rechtlichen Status der Besatzung hat.
Was Menschenrechtsbeobachter und rechtliche Rahmenbedingungen sagen
Organisationen wie Al-Haq, die Ramallah-basierte Menschenrechtsorganisation mit UN-ECOSOC-Konsultativstatus, und B’Tselem, die israelische Menschenrechtsorganisation, haben im Detail dokumentiert, wie Siedlungserweiterung als koerzitives System funktioniert, das palästinensische Rechte auf Land, Wasser und Bewegungsfreiheit beeinflusst. Das UN-Büro zur Koordinierung humanitärer Angelegenheiten (OCHA oPt) berichtet regelmäßig über siedlungsbezogene Vertreibung und Einschränkungen. In dieser dokumentierten Landschaft fügt die Präsenz offiziell sanktionierter Fußballclubs eine Schicht institutioneller Normalisierung hinzu, die die palästinensische Zivilgesellschaft konsistent durch formale Eingaben an FIFA und andere Gremien angefochten hat.
Worauf man achten sollte
Mit zehn aktiven und angeblich wachsenden Siedlungsclubs stellt sich FIFA die Frage, ob ein Rechenschaftsmechanismus ausgelöst wird – oder ob die Untätigkeit der Organisation sich zu einem Präzedenzfall verhärtet. Der Status des Palästinensischen Fußballverbands bei FIFA gibt ihm formelle Wege, die Frage zu drücken, und internationaler Druck von Mitgliedsverbänden, Spielergewerkschaften und Zivilgesellschaftsorganisationen kann bestimmen, ob dies ein ruhendes Versprechen bleibt oder zu einer aktuellen Governance-Frage wird.
Für Palästinenser, die unter Besatzung ihren Alltag bewältigen, gehen die Einsätze von FIFAs Schweigen weit über Sport hinaus. Jede Institution, die Siedlungsentitäten in normale operative Rahmenwerke aufnimmt – ohne Bedingung, ohne Untersuchung – trägt, wie auch nur inkrementell, zur Architektur der Permanenz bei, von der Besatzung abhängt.